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Wichtigster türkischer Aktienindex weiter auf Talfahrt – Anleger misstrauen Erdogans Kurs

Binnen eines Monats rutschte der wichtigste türkische Aktienindex ISE 100 von 1.564 auf 1.393 Punkte. Und dies in einem Zeitraum, in dem wieder Optimismus in der Weltwirtschaft Einzug hält. Mitte März machte der türkische Präsident abermals mit dem Rauswurf des Notenbankchefs von sich Reden. Anleger reagieren mit dem Abzug von Geldern sowie der Suche nach Alternativen.

Innerhalb von 5 Arbeitstagen zogen Investoren nach Abberufung von Naci Agbal 1,9 Milliarden US-Dollar ab, so ein Bericht des „Handelsblatts„. Die Inflation sei derweil über 16 Prozent angestiegen.

Autoritäre Politik

Mit welcher Hand die türkische Administration vorgeht, das scheint immer deutlicher zu werden. Nun trat zutage, dass die Türkei alleine im Jahr 2015 insgesamt 1.800 Firmen mutmaßlicher Gülen-Sympathisanten konfiszierte. Hierzu zählt beispielsweise die Koza-Holding, ein Bergbau- und Minenkonzern, der seit Ende 2015 unter Zwangsverwaltung steht. Die Regierung spricht im Zuge dessen von einer „Säuberungswelle„.

Die türkische Bevölkerung ist indes deutlich heterogener, als es für einige zunächst den Anschein hat. Zahlreiche Bürger sind überaus regierungskritisch und trauen auch der jüngsten Wirtschaftspolitik von Erdogan nicht. Aus Sorge vor einer wachsenden Inflation suchen immer mehr nach Alternativen. So wollen beispielsweise viele Bürger Bitcoin kaufen, nicht nur um Kursgewinne zu erzielen, sondern auch um die Kaufkraft zu erhalten. Auch andere Kryptowährungen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Gegenteilige Wirkung

Nach der Entlassung des besagten Notenbankchefs rief Erdogan die Bevölkerung dazu auf, die Devisen- und Goldbestände in das heimische Wirtschaftssystem zurückzuführen. Angesichts des Vertrauensverlustes in die Lira dachten jedoch viele erst gar nicht hieran. Dies legen zumindest Google-Suchmaschinendaten nahe. Anstatt jene Assets verkaufen zu wollen, dachte viele vielmehr über weitere Zukäufe nach.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Bild von Thanks auf Pixabay

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