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KPMG-Manager erhebt schwere Vorwürfe gegen Wirecard

Der KPMG-Sondergutachter belastet den Zahlungsdienstleister Wirecard und indirekt auch EY erneut schwer. Zu keinem Zeitpunkt hätten die Wirtschaftsprüfer ausreichende Prüfungsbelege für wichtige Sachverhalte erhalten – weder von Wirecard, noch von EY. Dies äußerte KPMG-Partner Alexander Geschonneck auf der Sitzung des Untersuchungsausschusses in Berlin.

Von November des vergangenen Jahres bis April erstellte KPMG ein Sondergutachten über die Wirecard-Bilanzen. Hierbei wurden schwere Versäumnisse und Fehler festgestellt. Im Rahmen der Prüfung seien den Wirtschaftsprüfern Steine in den Weg gelegt worden, so Geschonneck.

Druck auf EY

Nach den Standards von KPMG seien keine ausreichenden Nachweise für das Guthaben der Konten auf den Philippinen sowie in Singapur vorgelegt worden. Im Jahr 2019 verweigerte EY zwar das Bilanz-Testat. Pikant sei aber, so ein „Handelsblatt“-Bericht, dass EY für die Wirecard-Bilanz 2018 ein uneingeschränktes Testat ausstellte. Allerdings unterhielt Wirecard bereits in diesem Jahr ein Treuhandkonto in Singapur, auf dem ebenfalls hohe Beträge gelegen haben sollen. Hierfür habe es jedoch keine ausreichenden Nachweise gegeben.

Mehr noch: nach Geschonneck habe es bereits von 2016 bis 2018 keine ausreichenden Nachweise über Wirecard-Konten gegeben. In all den genannten Jahren stellte EY ein uneingeschränktes Testat aus.

Die Wirtschaftsprüferaufsicht Apas erhebt indes Vorwürfe gegen EY. So soll es Hinweise auf Straftaten bei Mitarbeitern geben, die sich mit den Wirecard-Bilanzen beschäftigten. Ob die Aktie des Zahlungsdienstleisters die 1-Euro-Marke wird nochmals erklimmen können, scheint ungewisser den je.

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