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EZB kritisiert große Geldinstitute und befeuert Debatte über Bankenkrise

Die Europäische Zentralbank (EZB) fordert Banken dazu auf, die Kreditrisiken im Angesicht der Corona-Krise stärker zu beachten. Der oberste Bankenaufseher der EZB zeigte sich in einem Brandbrief unzufrieden mit den Großbanken. Er appellierte an die Vorstandschefs der europäischen Institute, höchste Sorgfalt walten zu lassen.

Der EZB zufolge müssen Klippeneffekte dringend verhindert werden. Dies könnten dann eintreten, wenn zahlreiche Kreditnehmer ihre Raten nicht mehr tilgen können, und die Geldinstitute wiederum vorab zu wenig Risikovorsorge gebildet haben.

Wendepunkt 2021

In den vergangenen Wochen äußerte die EZB mehrmals Sorgen um die Banken. Ende Oktober hieß es, dass das Volumen fauler Kredite im Worst-Case-Fall auf bis zu 1,4 Billionen Euro steigen könnte. Dies könnte sogar die Finanzkrise 2008 in den Schatten stellen.

Noch sind die meisten Bankmanager, Finanzaufseher und Analysten optimistisch, dass es nicht zu einer erneuten Bankenkrise kommen wird. Dennoch gebe es erhebliche Risiken, wie Finanzexpertin Sophie Lee von Moody’s konstatiert. Die Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Covid19-Entwicklung sowie das Auslaufen von staatlichen Hilfsprogrammen stellt ein großes Risiko für die Banken dar, so Lee.

Wie Handelskontor erst unlängst berichtete, wurden Insolvenzantragspflichten im Krisenjahr teilweise ausgesetzt. Diese sollen erst Anfang 2021 wieder voll greifen. Dann wiederum könnte es auch für einzelne Banken ernst werden. „Einige der schwächsten Banken werden die Krise vermutlich nicht überstehen und aus dem Markt ausscheiden„. Diese Auffassung teilte der Chef der Finanzaufsicht Bafin gegenüber dem „Handelsblatt“.

Bild von ProfessionalPhoto auf Pixabay

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