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Europäische Kommission macht ernst: Neobroker wie Trade Republic im Visier

Neobroker haben den Börsenhandel in den letzten Jahren revolutioniert. Insbesondere im Angesicht der jüngsten Rallye während der Pandemie konnten sich Anbieter wie Trade Republic, justTRADE oder eToro über Rekorde bei den Neuanmeldungen freuen. Doch nun scheint die Europäische Kommission ernst machen zu wollen, der das Geschäftsmodell schon länger ein Dorn im Auge ist.

Dabei bereitet das Thema Verbraucherschutz der Kommission Sorgen. Demnach bestehe die Gefahr, dass die Neobroker-Kunden das Thema Investment zunehmend als Glücks- oder Computerspiel begreifen. Einerseits, weil die enorm günstigen Trading-Gebühren zum Handeln verleiten, andererseits, weil die Anbieter ihre Kunden zu wenig über die Risiken ihres Geschäftsmodells informieren, so die Argumentation.

Neobroker Verbot

Dabei will die EU-Finanzmarktkommissarin Mairead McGuinness am Donnerstag ein Dokument vorlegen, welches ein komplettes Verbot der „Payment for Order Flow“ vorsieht. Die FAZ berichtete. Neobroker könnte dies empfindlich treffen, klassische Broker würden zwar mitunter auch betroffen, könnten allerdings auf mittlere bis lange Sicht sogar davon profitieren, da der enorme Preisdruck im umkämpften Bereich nachlassen könnte.

Doch nicht alle sind von dem Vorstoß überzeugt. So äußerte beispielsweise Grünen-Europaabgeordneter Sven Giegold, dass dies für Kleinanleger sogar von Nachteil wäre, da diese dann wieder auf die teureren konventionellen Angebote angewiesen wären.

Der Börsenboom lockte enorm viele Neukunden an. Immer mehr wollen Aktien, ETFs oder auch Kryptowährungen kaufen. Auch wir sind der Auffassung, dass es wichtig ist, potenzielle Anleger über die teilweise erheblichen Risiken (!) aufzuklären – dies gilt insbesondere für Einzelaktien und Digitaldevisen. Ob der von Mairead McGuinness eingeschlagene Weg der richtige ist, das darf unterdessen bezweifelt werden.

Bild von Peterschreiber.media

 

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