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61 % der Deutschen befürworten Aufbau einer gemeinsamen europäischen Armee

41,9 Prozent der Deutschen sind „auf jeden Fall“ dafür, dass die Mitgliedstaaten der Europäischen Union eine gemeinsame europäische Armee aufbauen sollen. Weitere 19,1 Prozent antworten mit „eher ja„. Dies ist das vorläufige Ergebnis einer repräsentativen Civey-Live-Umfrage.

Bereits in den 1950er-Jahren wurde darüber debattiert, eine supranationale Verteidigungsgemeinschaft ins Leben zu rufen. Derlei Vorhaben scheiterten jedoch aus unterschiedlichen Gründen. Zwar gibt es dieser Tage bereits in Teilen eine Verzahnung der unterschiedlichen staatlichen Militärs, doch von einer supranationalen Streitkraft kann mitnichten gesprochen werden.

Schritt nach vorn

Nicht nur die Bürger wünschen sich vertiefte Kooperationen im militärischen Bereich. So entwickelten die Sozialdemokraten im Deutschen Bundestag einen Plan für eine eigenständige Europa-Armee. Jene Truppen sollen direkt der EU-Kommission unterstellt sein.

Die SPD-Verteidigungspolitiker, darunter Kanzlerkandidat Olaf Scholz, wollen der militärischen Integration einen „revolutionären Schub“ verleihen. Die am Wochenende bekannt gewordenen Pläne der Sozialdemokraten fanden bis dato Anklang. Redakteure reichweitenstarker Magazine und Zeitschriften wie jene der „Süddeutschen“ betonen schon länger, dass eine europäische Armee notwendig sei.

Corona-Auswirkungen

Zahlreiche Politikbeobachter sind der Auffassung, dass die Corona-Pandemie einen Beitrag zur europäischen Integration leistet – auch über die Sicherheitspolitik hinaus. Katharine Neiss, Chieff European Economomist, konstatiert, dass es bemerkenswert sei, wie schnell, umfassend und koordiniert in dieser Krise auf europäischer Ebene gehandelt wurde. „Die jüngste Krise erhöht die Dringlichkeit struktureller Reformen„, so ihre Ausführungen.

Auch das „Handelsblatt“ sprach davon, dass die Pandemie die EU zusammenschweiße und Zukunftschancen eröffne. Zum ersten Mal in der Geschichte habe die Staatengemeinschaft Anleihen im großen Stil ausgegeben. Jene wiederum seien unter Anlegern überaus beliebt.

In diesem Sinne könnte neben einer zunehmenden Verflechtung der Wirtschaftspolitik eine gemeinsame EU-Armee der nächste Schritt sein. Rückendeckung aus der Bevölkerung, so scheint es, hätte dieses Vorhaben.

Bild von kalhh auf Pixabay

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