Finanzmarktstrategen halten einen Krieg respektive einen Flächenbrand des ohnehin schon anhaltenden Konflikts in der Ukraine für immer wahrscheinlicher. Matt Gertken, seines Zeichens geopolitischer Stratege des Analysehauses BCA Research, berichtet folgendes, wie das Handelsblatt weiß: „Wir haben die Wahrscheinlichkeit einer russischen Intervention von 50 auf 75 Prozent erhöht„.
Wie sich ein solches Szenario auf die Börsen auswirken würde, das lässt sich nur erahnen. Marktexperten erwarten jedoch durchaus „Schockwellen„. Demnach könnten europäische Aktien binnen kürzester Zeit um bis zu 10 Prozent einbrechen. Beim Gas- und Ölpreis werden unterdessen weitere Anstiege erwartet.
Auf der anderen Seite gilt es als wahrscheinlich, dass es zu einer sprunghaften Umschichtung in defensive Assets kommen würde. Hierzu zählt neben Gold auch Silber. Ob es auch zu einer Flucht in durch Technologie limitierte Sachwerte, darunter Kryptowährungen wie Bitcoin, käme, das wird dieser Tage kontrovers diskutiert.
Deutsche Analysten sind indes etwas gelassener als jene jenseits des Atlantiks. Manfred Schlumberger von Starcapital betont, dass der Markt die Interventionswahrscheinlichkeit bei etwa 20 Prozent sieht.
Neben europäischen Aktien könnte auch der Euro merklich leiden. Profitieren könnte der US-Dollar, aber auch klassische Fluchtwährungen wie Schweizer Franken und japanischer Yen.
So oder so: sollte der Konflikt eskalieren, dürften Turbulenzen an den Finanzmärkten noch die geringste Sorge sein. Bleibt zu hoffen, dass bereits in Bälde auf diplomatischem Wege eine Einigung erzielt werden kann.
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